Menu Content/Inhalt
Home arrow Alle Nachrichten arrow Das "Geschäft" Rugby
Das "Geschäft" Rugby
Geschrieben von Andreas Konold   

Rugby-WM in der Süddeutschen Zeitung

Die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung beschäftigte sich in ihrer Ausgabe vom 31. August 2007 mit der VI. Rugby-Weltmeisterschaft 2007 in Frankreich, Schottland und Wales.
Hier der SZ-Artikel im Wortlaut:

Rugby-WM in Frankreich = Heißer als die Formel 1

Noch hat die Rugby-WM nicht begonnen - und doch steht schon fest, dass sie ein riesen Geschäft wird: Längst hat die Sportart der Formel 1 und der Tour de France den Rang abgelaufen.

Schätzungsweise 4,5 Milliarden Fans weltweit werden die WM vom 7. September bis 20. Oktober vor dem Fernseher verfolgen. Auch die Stadien werden voll sein. Zwei Millionen Tickets hatten die Veranstalter schon zwei Wochen vor dem Start verkauft. Auf dem Schwarzmarkt werden die Karten für 2000 Euro gehandelt. Wachstumsraten wie beim Rugby kann im Moment kein anderer Massensport aufweisen.

Gerade einmal vor 20 Jahren fand die erste WM statt; fortan schoss der Umsatz steil nach oben. Allein seit dem letzten Turnier 2003 verdoppelten sich die Einnahmen aus Fernsehrechten und Ticketverkäufen. Am meisten freut das den internationalen Rugby-Verband IRB in Dublin.

Er verdient an der WM so gut, weil er sich noch "einnehmender" zeigt als seine Pendants im Fußball oder bei den Olympischen Spielen, auch wenn das kaum möglich erscheint. Der IRB kassiert sämtliche Einnahmen aus dem Verkauf von Fernseh- und Marketingrechten, die Hälfte aus dem Ticketverkauf und gibt keinen Cent für die Veranstaltung aus. Die muss das Austragungsland selber finanzieren.

Außerdem nimmt es der Verband nicht so genau mit althergebrachten Regeln wie die Fifa oder das IOC. Auf den Trikots der Nationalmannschaften und auf dem ovalen Ball dürfen zum Beispiel Sponsoren werben.

Zudem dienen die Leibchen im Vergleich zum Fußball als Versuchsfeld für gewagtes Design und neuartige Mikrofaserstoffe, die auf wundersame Weise zum Beispiel die Muskeln der Spieler aktivieren sollen - womit auch die Hersteller die Werbetrommel rühren. Wenig verwunderlich, liefern sich hier Adidas, Nike und Puma den erbittertsten Kampf.

Als Sponsor ist erstmals Coca-Cola mit von der Partie und stellt das offizielle WM-Getränk; McDonald's liefert das Essen dazu. Der französische Drei-Sterne-Koch Guy Savoy zählt zwar zu den größten Rugby-Fans Frankreichs. Er kocht aber nur für einen auserwählten Kreis von Fans, darunter etliche französische Firmenchefs. Anlässlich der WM lud Savoy zum Beispiel zu einem Diner, an dem 80 Patrons teilnahmen.

Christian Streiff von Peugeot-Citroën und Claude Bébéar von der Axa-Versicherung gehörten beispielsweise dazu. Beide spielten bereits in der Uni-Mannschaft Rugby. So groß ist die Begeisterung für Rugby im Land der Gourmets, dass ein kleinerer Kreis von Unternehmern sich einmal im Monat von Savoy kulinarisch verwöhnen lässt. Am Tisch sitzt dann in der Regel auch der Trainer der französischen Rugby-Nationalmannschaft, Bernard Laporte. Er wird, wenn die WM vorbei ist, auf Wunsch von Staatspräsident Nicolas Sarkozy Sportminister.

Angesichts dieses Umfelds überrascht es nicht, dass sich französische Unternehmen ähnlich wie die Spieler auf den Ball stürzen. Dank intensiven Lobbyings stammen fünf der sechs Hauptsponsoren der WM aus Frankreich.

Allein die Bank Société Générale investiert 20 Millionen Euro. Ähnliche Summen lassen sich Peugeot, die SNCF und EDF das Spektakel kosten. Nutznießer der Rugby-Euphorie sind nicht zuletzt auch die Spieler, die bis 1995 noch Amateure waren. Jetzt verdienen die besten Spieler in Frankreich mehr als 500.000 Euro im Jahr.

Aus der Süddeutschen Zeitung vom 31. 8. 2007. (cp)

 
< Zurück

Aktuelles

als RSS-Feed

Sponsoring

bettercall
Das innovative Konzept des Telekommunikations -unternehmens ermöglicht unseren Mitgliedern, bei Festnetztelefonaten Geld zu sparen und dabei noch den SCN zu unterstützen.

eventimeventim.de - Tickets

JuxJUX.de – die virtuelle Community für Spaß, Freizeit, Unterhaltung und Kontakte

JAKO-O Für Eltern gedacht - von Eltern gemacht!

fahrrad.de - Hochwertige Fahrräder mit gravierenden Preisvorteilen gegenüber dem freien Handel!
Website © 2007 by www.mindsphaere.de
Webtracker